Gute Nachricht für alle Trader: Neues Gesetz zur Verlustverrechnung gestrichen – Paragraf 20 Absatz 6

Moin.

Einige von euch haben es ja vielleicht mitbekommen, was die Politik mal wieder für einen dummen Einfall hatte. Kurz vor Weihnachten im Jahre 2019 (immer eine gute Zeit, um schnell Gesetze durchzuwinken die unbequem sind) beschloss die Koalition, dass Trader nur noch Verluste im Trading bis zu einer Höhe von 10.000 Euro pro Jahr verrechnen können.

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Im Wortlaut die Änderung des Einkommenssteuergesetzes:

Nach § 20 Absatz 6 Satz 4 werden die folgenden Sätze eingefügt: „Verluste aus Kapitalvermögen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 3 dürfen nur in Höhe von 10 000 Euro mit Gewinnen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 3 und mit Einkünften im Sinne des § 20 Absatz 1 Nummer 11 ausgeglichen werden; die Sätze 2 und 3 gelten sinngemäß mit der Maßgabe, dass nicht verrechnete Verluste je Folgejahr nur bis zur Höhe von 10 000 Euro mit Gewinnen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 3 und mit Einkünften im Sinne des § 20 Absatz 1 Nummer 11 verrechnet werden dürfen.

Quelle: bundesrat.de

Wenn also ein Trader 100.000 Euro Gewinn erzielt, und 80.000 Euro Verlust, wäre es ja nur sinnvoll und fair, dass er den Gewinn, also die 20.000 Euro versteuert.

Nach dieser Gesetzesänderung, könnte er aber nur noch 10.000 Euro Verlust gegenrechnen und müsste demzufolge 90.000 Euro versteuern, die er aber nicht verdient hat. Also obwohl er ein profitabler Trader ist, würde er mehr Steuern zahlen müssen als er Gewinn erzielt und demzufolge Verluste machen.

Dieses Gesetz war also das Ende des privaten Tradings. Einige Trader haben sich nach der Ankündigung auch bereits aus Deutschland zurückgezogen.

Nagut, aber den Unsinn muss ich nicht weiter erläutern, denn die gute Nachricht ist:

Gestern am 09.10.2020 wurde dieser Paragraph wieder gestrichen. Verluste können also in Zukunft weiter in der Höhe, in der sie auch anfallen, steuerlich geltend gemacht werden. 

Es passiert ja nicht all zu oft, dass es mal gute Nachrichten aus der Politik gibt, aber in diesem Fall wurde der Irrsinn dieser Gesetzesänderung rechtzeitig gestoppt.