Als Trader Positionen über Nacht offen halten? – Risiken und Chancen von Overnight-Positionen

Die Bezeichnung Daytrader kommt oftmals daher, dass Positionen innerhalb des selben Tages geöffnet und geschlossen werden. Ein Daytrader aus dem Lehrbuch, hat also zum Handelsschluss auch sämtliche Positionen geschlossen. Aus langjähriger Praxis weiß ich aber, dass das nicht nur Vorteile hat, alle Positionen am selben Tag wieder zu schließen.

Anstatt uns also blind an Regeln und Bezeichnungen zu halten, möchte ich dir zeigen, was in der Praxis wirklich funktioniert und Gewinne bringt.

Was sind Overnight-Positionen?

Overnight-Positionen (der englische Fachbegriff für Positionen, die über Nacht gehalten werden) sind Positionen, die nicht zum Handelsschluss geschlossen werden, sondern über Nacht offen gehalten werden. Sie bergen gewisse Risiken aber bringen auch interessante Handelschancen mit sich.

Die Chancen und Risiken möchte ich dir in diesem Artikel kurz näher bringen, damit du eine fundierte Handelsentscheidung treffen kannst.

Warum werden Positionen über Nacht offen gehalten?

Eigentlich gibt es hierfür meist nur einen von zwei Gründen:

  1. Die Position ist im Minus und der Trader hat die Hoffnung, dass sich das über Nacht ändert und die Position noch ins Plus verläuft und so die Verluste reduziert werden. 
  2. Die Position ist bereits im Gewinn, aber der Trader hat die Hoffnung, dass weitere Gewinn möglich sind. 

Es gibt dann noch eine dritte Überlegung und das ist die Trading-Strategie der sogenannten Gaps (zu deutsch Kurslücken) bei der der Kurs zu einem anderen Preis eröffnet, als er geschlossen hat. Diese Trading-Strategie ist aber eher für Fortgeschrittene und darüber berichte ich in einem Extra-Artikel.

Betrachten wir also die beiden häufigsten Szenarien. Verluste reduzieren oder Gewinne maximieren.

Hinweis: In erster Linie hängt es immer von deiner Strategie ab, ob du Positionen über Nacht offen hältst oder nicht. Die vorliegenden Hinweise beziehen sich auch auf den kursfristigen Handel. Mittel- bis langfristigere Strategien wie die Trendfolge oder dem Swing-Trading beispielsweise, erfordern es, dass du die Position geöffnet lässt. Bei kurzfristigeren Strategien wie dem Scalping oder dem Break-Out-Trading, wird die Position in der Regel immer geschlossen.

Verlust-Trades zum Handelsschluss

Nehmen wir an du hast eine Position am Morgen eines Handelstages eröffnet und das Ende des Handelstages naht. Du stehst jetzt vor der Wahl, die Position mit Verlust zu schließen oder aber die Position über Nacht geöffnet zu halten.

Grundsätzlich gilt es hier natürlich deine Strategie zu beachten. Du hast hoffentlich im Vorfeld des Trades dir bereits Gedanken zu möglichen Stop-Losses und Take-Profits gemacht und kannst die Marktlage hinsichtlich der Erreichung dieser Ziele einschätzen.

Meine Empfehlung ist es, in den allermeisten Fällen die Position einfach zu schließen. Hoffnung ist im Trading meist ein schlechter Ratgeber und allzuoft wird der Verlust nur größer und es kommen zusätzliche Risiken und Gebühren in diesem Fall dazu.

Gewinn-Trades zum Handelsschluss

Auch hier wieder die Empfehlung, wenn du eine kurzfristige Handelsstrategie verfolgst, solltest du in den meisten Fällen die Position über Nacht schließen und die Gewinne mitnehmen. Du kannst am nächsten Tag immer noch eine neue Position eröffnen und neu starten und vermeidest so das Risiko von Kurslücken.

Risiken und Chancen über Nacht gehaltenen Positionen

Ich hatte es ja oben bereits erwähnt, dass Overnight-Positionen besondere Risiken aber auch Chancen haben und es sogar spezielle Strategien gibt, die genau darauf ausgelegt sind, diese Möglichkeiten zu nutzen.

Folgende Dinge solltest du speziell für Overnight-Positionen bedenken:

  • Es entsteht das Risiko von Kurslücken, also der Kurs kann zur Handelseröffnung eine größere Bewegung gemacht haben und selbst wenn du einen Stop / Take-Profit platziert hast, würde dieser außerhalb der offiziellen Handelszeiten nicht ausgelöst werden! Das ist für Einsteiger ganz wichtig zu wissen!
  • Du zahlst meist Gebühren (Im Forex-Trading auch Swap genannt) da das gehebelte Kapital eine Art Kredit ist, zahlst du für diesen Zinsen.
  • Außerhalb der Handelszeiten ist das Handelsvolumen meist relativ gering und der Kurs, insbesondere beispielsweise kleinerer Aktien, kann sehr sprunghaft sein.

Fazit zu Overnight-Positionen

Wenn du nicht genau weißt, was du da tust, solltest du sie vermeiden.

 

 

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