Die Stop-Loss-Order: Eines der wichtigsten Werkzeuge für alle Trader & 7 Tipps zur richtigen Stop-Setzung

Oft erhalte ich von Einsteigern die Frage, ob Stop-Loss-Ordern sinnvoll sind. Letzendlich sind sich die betreffenden Einsteiger ja immer sicher, dass ihre Trades alle korrekt sind, sonst würden sie diese ja gar nicht erst eröffnen, oder?.

Ist ein Airbag im Auto sinnvoll, auch wenn Sie immer sicher fahren? Die Antwort ist die selbe.

Ich will auch gar nicht lange drum herumreden und die Antwort ist ganz klar ja!

Stop-Loss-Ordern sind extrem wichtig und du solltest immer, bereits bei der Tradeeröffnung, einen Stop platzieren!

Egal was für ein toller Autofahrer du bist, Unfälle und unvorhersehbare Ereignisse gibt es immer wieder. Sollte es zum Ernstfall kommen, bist du garantiert froh über den Airbag.

Genauso ist es mit den Stop-Loss-Ordern.

Stop-Loss-Ordern sind eines der wichtigsten Werkzeuge für Trader überhaupt.

  • Du kannst nicht kontrollieren, wie weit ein Aktienkurs noch steigt.
  • Du kannst nicht kontrollieren wann ein Kurs steigt.
  • Du kannst auch nicht kontrollieren, ob ein Kurs vielleicht in die komplett entgegensetzte Richtung verläuft.

Kurz gesagt: Du kannst den Markt nicht kontrollieren. Egal wie toll du tradest und wie ausgefeilt deine Strategie und dein Tradingplan sind!

Was du aber immer kontrollieren kannst und das ist wirklich fast das einzige, was du kontrollieren kannst, sind deine maximalen Verluste.

Du kannst dich entscheiden, ob du bei einem Unfall 10 Euro verlierst, 100 Euro verlierst oder dein komplettes Handelskonto! Ich denke wenn man das so betrachtet, sollte es auch eine leichte Entscheidung sein.

Diese Entscheidung solltest du vorher treffen! Nicht erst wenn die Position eröffnet ist, denn nur so kannst du dich vor deinem schlimmsten Feind an der Börse schützen, dir selbst.

Genau diese Aufgabe haben Stop-Loss-Ordern. Sie sind deine Versicherung im Ernstfall, sie sind eine der wenigen Dinge, die du beim Trading kontrollieren kannst und können dir hohe Verluste ersparen.

Hinweis: Dies ist übrigens auch einer der 10 teuersten Fehler im Daytrading überhaupt, das keine Stop-Loss-Order gesetzt wird!

Stop-Loss-Ordern Bilden die Grundlage für jede vernünftige Trading-Strategie, jeden Trading-Plan und vernünftiges Risikomanagement.

Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass ohne den Einsatz von Stop-Loss-Ordern ein langfristig profitables Trading gar nicht möglich ist.

Definition der Stop-Loss-Order

Jetzt habe ich bereits die wichtigsten Argumente genannt, ohne die Stopp-Loss-Order überhaupt vorzustellen. Also versuche ich mich an einer kurzen Definition:

Die Stopp-Loss-Order ist ein automatischer Verkaufsauftrag, der zum aktuellen Marktpreis ausgeführt wird, sobald ein vorher definiertes Kursziel über- bzw. unterschritten wird.

Also bereits bei der Eingabe deines Trades, legst du fest, wann der Trade wieder geschlossen wird. Im Idealfall mit viel Gewinn, aber Notfalls, mit geringen Verlusten.

Stop-Loss Limit Order

In der Definition von oben erwähnte ich das Wort „Marktpreis“. Also wenn der Kurs unter- bzw. überschritten wird, wird eine Market-Order ausgelöst. In Marktphasen mit sehr hohen Schwankungen kann das dazu führen, dass obwohl du eine Stop-Loss-Order bei einem bestimmten Kurswert platziert hast, dieser nicht exakt eingehalten werden kann.

Sollte es beispielsweise aus irgendwelchen Gründen zu einem drastischen Kursabsturz kommen und der Kurs sehr schnell fallen, wird deine Position sehr wahrscheinlich unter dem gewünschten Kursziel verkauft.

Für solche Fälle bietet sich die Stop-Loss Limit Order an. Bei dieser wird im Stop-Fall keine Market-Order platziert, sondern eine Limit-Order. Du kannst also einen Preis definieren, zu dem die Position mindestens geschlossen wird. Dies hat den Vorteil, dass du nicht ausversehen weit unter deinem eigentlich Stop Ziel verkaufen kannst, kann aber auch den Nachteil haben, dass wenn der Kurs sehr schnell fällt, die Stop-Loss Limit Order gar nicht erst ausgeführt wird!

Lies zu den Details der verschiedenen Ordertypen und deren Gültigkeit, das entsprechende Kapitel im „Daytrading für Einsteiger Buch“.

Beispiel für eine Stop-Loss-Order

Nehmen wir an, du kaufst eine Aktie für 100 Euro und spekulierst darauf, dass der Aktienkurs weiter bis 140 Euro steigt.

Jetzt kannst du, abhängig von deiner Strategie, eine Stop-Loss-Order bei 90 Euro platzieren. Dass bedeutet, sollte der Kurs unter 90 Euro fallen, wird deine Position automatisch geschlossen. Du kannst also nicht mehr als 10 Euro verlieren, aber im Idealfall gewinnst du die 40 Euro.

Hier spricht man auch vom Risk-Reward-Ratio also zu deutsch Gewinn/Verlust-Verhältnis. Dieses sollte in jedem Fall positiv sein, um langfristig profitabel zu traden.

Die genauen Details hängen von deiner gewählten Daytrading-Strategie ab, aber das Prinzip der automatischen Verkaufsordern sollte klar sein.

Die Gültigkeit einer Stop-Order

Hier gelten die gleichen Laufzeiten wie im Buch vorgestellt und bei normalen Ordern. Ich empfehle einfach immer unbegrenzt als Gültigkeit zu wählen.

Wichtige Tipps, zum setzen des richtigen Stops

Zum Abschluss noch 7 wichtige Tipps zu dem Thema.

  1. Der erste Tipp ist ganz einfach: Setze immer, wirklich immer, eine Stop-Loss-Order. Mit der Handelssoftware Metatrader kannst du den Stop direkt bei der Eröffnung der Position mit angeben.
  2. Mache die Distanz deines Stops von der Volatilität des Marktes abhängig. Im Buch und im Videokurs zeige ich dir wie du das in der Trendfolgestrategie umsetzen kannst, aber das gilt für alle Strategien. Umso höher die Schwankungen eines Marktes, umso weiter musst du auch deinen Stop platzieren.
  3. Zieh deinen Stop-Kurs nach. Sollte der Kurs in deine gewünschte Richtung verlaufen, zieh unbedingt den Stop-Kurs nach. So sicherst du deine bisherigen Gewinne. Ein guter Zeitpunkt um den Stop-Loss nachzuziehen, ist beispielsweise der sogenannte Break-Even-Stop. Das ist der Zeitpunkt, ab dem du nur noch Gewinn machen kannst.
  4. Vermeide Trailing-Stops: Außer in Ausnahmefällen sind Trailing-Stops, also Stops, die automatisch nachgezogen werden anhand eines Punkteabstands beispielsweise, nicht sinnvoll. Sie orientieren sich nicht am Marktgeschehen. Ausnahmen sind beispielsweise, wenn du kurzfristig die offenen Positionen nicht von Hand überwachsen kannst, aber gerade ein starker Anstieg aufgrund eines besonderen Ereignis stattfindet.
  5. Korrigiere niemals deinen Stop-Loss in die entgegengesetzte Richtung! Dies ist ein teurer Einsteigerfehler. Der Kurs verläuft nicht so wie erwartet und aus Hoffnung, Gier oder Angst davor, einen Fehltrade zu haben, wird der Stop immer weiter gezogen. Das ist nicht der Sinn eines Stops und du solltest dieses Verhalten dringend vermeiden.
  6. Ein guter einfacher Tipp für die Stop-Setzung: Orientiere dich an Unterstützungs und Widerstandlinien. In der kostenlosen Vorschau vom Daytradingkurs erkläre ich beides.
  7. Definiere deinen Stop-Kurs unbedingt bevor du die Position eröffnest. Dieser muss deiner Strategie, deinem Risikomanagement und deinem Tradingplan entsprechen. Wenn die Position erstmal eröffnet ist und die Situation emotional wird, ist es wesentlich schwieriger.

Fazit zur Stop-Loss-Order

Setze immer, immer eine Stop-Loss-Order. Ich weiß dieser Satz steht mehrfach in diesem Artikel, aber nur, weil er so extrem wichtig ist.

Ich wünsche dir viel Erfolg an der Börse!

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