Was ist eine Börse?

Dies ist eine der häufigsten Einsteigerfragen und als zukünftiger Daytrader lernst du heute deinen neuen Arbeitsplatz kennen, der dir vielleicht schon aus einigen Börsenfilmen bekannt ist: die Börse.

Ich erkläre dir was eine Börse ist, welche Arten von Börsen es gibt und wann und wie du dort handeln kannst.

was ist eine Börse?

Die Börse ist vergleichbar mit einem klassischen Wochenmarkt. Ort und Zeit sind bekannt und wer etwas kaufen will, kann zu den Öffnungszeiten vorbeikommen und etwas kaufen.

Die Preise stehen für alle deutlich sichtbar an der Ware. Käufer und Verkäufer müssen sich jetzt nur noch einigen und der Handel kann stattfinden.

Die Börse funktioniert da nicht anders, nur das Finanzprodukte wie Aktien gehandelt werden und heutzutage der Handel digital über das Internet erfolgt. Der wichtigste Unterschied zum Wochenmarkt ist, dass du sowohl Käufer als auch Verkäufer sein kannst. Dies ist ein ganz wichtiger Punkt. Damit ein Kauf oder Verkauf stattfinden kann, benötigt es immer beide Seiten. Jemand der Kauft und einen der verkaufen will.

Hinweis: Der Begriff Börse leitet sich übrigens von einer belgischen Kaufmannsfamilie namens „van der Burse“ ab, deren Wappen 3 Geldbeutel (lat. Bursa) zeigte und vor deren Haus sich im belgischen Brügge die Händler ab 1409 zum Feilschen trafen. Knapp 100 Jahre später wurde in Brügge erstmalig ein Haus nur für den Handel gebaut, welches auch den Namen Börse trug. 1540 folgten andere Städte wie Nürnberg und 1585 Frankfurt.

Die Börse ist ein Markt für Finanzprodukte

Die Aufgaben der Börse

Es gibt heute nicht die eine Börse, es gibt viele von ihnen. Sie alle haben jedoch immer folgende Aufgaben:

  • bestmöglicher Ausgleich von Angebot und Nachfrage
  • Bereitstellung von Schnittstellen und Handelsplattformen
  • Börsen sind von staatlichen Behörden (der BaFin in Deutschland) reguliert und sorgen für
  • Transparenz im Handel
  • Bereitstellung von Informationen über Preise, Waren und Umsatz

Die unterschiedlichen Arten von Börsen

Es gibt verschiedene Arten von Börsen, aber die folgenden drei sind für Trader und Daytrader besonders interessant:

Aktienbörsen

Aktienbörsen sind wohl das, was die Meisten mit dem Begriff „die Börse“ verbinden. Es gibt mindestens eine in fast jedem Land der Erde. In Deutschland ist die größte Aktienbörse mit einem Orderbuchumsatz von ca. 40 Milliarden Euro im Jahre 2018 in Frankfurt. Hier werden Anteile an Firmen in Form von Aktien gehandelt.

Der klassische Parketthandel, bei dem die Händler vor Ort sind, wurde mittlerweile weitestgehend durch elektronische Handelssysteme ersetzt. In Frankfurt beispielsweise wurde der Präsenzhandel zugunsten des elektronischen Handelssystems Xetra seit 2011 komplett eingestellt. Da der Handel elektronisch abgewickelt wird, ist der Standort einer Börse für Trader zunächst nicht wichtig. Sie kaufen die Aktien stets bei ihrem Broker.

Devisenbörsen / Forex-Markt

Die Devisenbörse, meist Forex-Markt genannt, ist der größte Handelsplatz der Welt.

Um einen Vergleich zu haben: Der tägliche Umsatz beträgt über 5 Billionen US Dollar. Der Umsatz der Deutschen Börse betrug im ganzen Jahr 2015 1,64 Billionen Euro.

Der Forex-Markt ist ein Zusammenschluss weltweiter Bankhäuser, um unterschiedliche Währungen für den internationalen Handel zu tauschen. Der Markt, der niemals schläft und grade deshalb auf viele einen großen Reiz ausübt.

Weitere Informationen zum Devisenhandel finden Sie hier.

Terminbörsen

Termingeschäfte wie Optionen haben die Besonderheit, dass die Verträge in der Gegenwart geschlossen, aber erst zu einem festgelegten Termin in der Zukunft erfüllt werden. Das ist, als ob du Montag eine Pizza für Freitagabend bestellst und den Preis bereits Montag festlegst. Dies kann sinnvoll sein, wenn du von einer Preiserhöhung bis Freitag ausgehst. Bekannte Finanzprodukte dieser Kategorie sind Optionen und Futures. Sie werden beispielsweise an der deutsch-schweizerischen Terminbörse EUREX gehandelt.

Die Öffnungszeiten der Börsen

Öffnungszeiten der Börse

Der Börsenexperte Kostelany sagte einst:

‚‚Spekulieren kann jeder. Es zur richtigen Zeit zu tun – das ist die Kunst‘‘.

In dem Sinne folgen die Öffnungszeiten der wichtigsten Börsenhandelsplätze als kleiner Wegweiser auf die richtige Zeit. Es ist wichtig, die Handelszeiten im Blick zu haben.

Einerseits, damit du weißt, wann du deine Handelsaufträge platzieren kannst, und andererseits sind grade die Eröffnungs- und Schlussphasen an der Börse sehr turbulent und mit großen Kursschwankungen verbunden. Grundsätzlich gilt, dass zu Handelszeiten, an denen sich die Öffnungszeiten der großen internationalen Börsen(Deutschland, London, USA, Japan) überschneiden, deutlich mehr Volumen gehandelt wird.

Nachfolgend eine Übersicht über die Öffnungszeiten der wichtigsten Handelsplätze in deutscher Zeit. Diese können je nach Sommer oder Winterzeit um eine Stunde abweichen.

Handelsplatz – Handelszeiten

  • Xetra 09:00 – 17:30 Uhr
  • Frankfurt 08:00 – 20:00 Uhr
  • Stuttgart 08:00 – 22:00 Uhr
  • Hamburg 08:00 – 20:00 Uhr
  • Berlin 08:00 – 20:00 Uhr
  • München 08:00 – 20:00 Uhr
  • London Stock Exchange 10:00 – 18:30 Uhr
  • New York Stock Exchange 15:30 – 22:00 Uhr
  • Nasdaq 15:30 – 22:00 Uhr
  • NYSE Euronext Paris 09:00 – 17:35 Uhr
  • NYSE Euronext Amsterdam 09:00 – 17:30 Uhr
  • NYSE Euronext Brüssel 09:00 – 17:30 Uhr
  • SIX Swiss Exchange 09:00 – 17:30 Uhr
  • Wiener Börse 08:55 – 17:35 Uhr
  • Shanghai Stock Exchange 02:30 – 08:00 Uhr
  • Tokyo 01:00 – 8:30 Uhr

Was wird an der Börse gehandelt?

An den Börsen handelst du als Trader mit verschiedenen Finanzprodukten. Diese umfassen unter anderem:

  • Aktien
  • Rohstoffe: Gold, Silber, Platin, Kupfer, Öl, Gas, Lebensmittel wie Soja, Reis, Mais, Getreide uvm.
  • CFD (Contract for Difference)
  • Devisen: auch Währungshandel oder Forex genannt
  • ETF (Exchange Traded Fonds)
  • Binäre Optionen
  • Futures
  • Optionen
  • Indizies
  • Futures

Wie wird an der Börse gehandelt

Du kannst, wie beim modernen Online-Shopping, bequem von zu Hause an den Börsen dieser Welt handeln.

Die Börsen sind ortsunabhängig. Mit einem Cocktail in der Hängematte unter Palmen liegen oder im einsamen Ferienhaus im Wald – alles, was du benötigst, ist ein Trading-Computer mit Internetzugang. Computer umfasst damit im weitesten Sinne alle Geräte, auf denen ein moderner Webbrowser läuft, also auch Smartphones oder Tablets.

Wie beim Online-Shopping wählst du dein Produkt aus und kaufst bzw. verkaufst dieses. Alles bequem per Mausklick. Allerdings mit einem Unterschied: Der Zeitpunkt, wann du kaufst oder verkaufst, entscheidet über Gewinn oder Verlust. Im Kurs oder Buch lernst du deshalb, welches der beste Zeitpunkt für einen Handel ist.

Wenn du an den Börsen handeln willst, benötigst du einen Broker. Der Broker ist praktisch dein Zugang zu den Märkten und übermittelt alle deine Handelsaufträge direkt an die jeweilige Börse. 

Hinweis: Es gibt auch eine Broker die als sogenannter Marketmaker agieren, das ist bei einigen Finanzprodukten wie CFDs so üblich. In diesem Fall handelst du direkt mit dem Broker. 

Wer handelt an den Börsen?

Von Firmen, Institutionen und Banken bis hin zu Kleinstanlegern und privaten Händlern ist alles dabei. Eine bunte Mischung aus Menschen und Firmen, von denen jeder auf eigene Weise mit individuellen Strategien, Träumen, Zielen und Methoden handelt. Die Deutschen sind bei Börsengeschäften im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA jedoch noch sehr zurückhaltend. Weniger als 10% der Deutschen besitzen Aktien. Bei den Amerikanern sind es immerhin 56% und auch bei unseren europäischen Nachbarländern ist der Wert deutlich höher.

Hinweis: Es kann dir auch egal sein, wer dir gegenüber handelt. An der Börse tradest du für dich und kannst weden den Markt noch die anderen in irgendeiner Weise beeinflussen. Konzentriere dich also auch immer auf dich und das, was du kontrollieren kannst. 

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