Trading-Indikatoren - Automatische technische Chartanalyse

Indikatoren sind eine Möglichkeit, Charts in der jeweiligen Handelssoftware vollautomatisiert zu analysieren. 

Der große Vorteil von Indikatoren ist, dass sie reproduzierbar sind. Wenn also 1.000 Trader denselben Indikator verwenden, kommen sie zunächst zu der gleichen grafischen Darstellung. Es gilt jedoch zu bedenken, dass jeder Trader diese anders interpretiert. Daytrading ist keine exakte Disziplin.

Meist werden dazu verschiedene Hilfslinien oder andere grafische Hilfsmittel ergänzt, damit du sofort einen besseren Überblick über die aktuelle Marktsituation und mögliche Einstiege erhältst. 

Die empfohlene Handelssoftware Metatrader 4 kommt mit einer Reihe von Indikatoren vorinstalliert, von denen ich dir hier einige der Wichtigsten vorstelle. 

Trading-Indikatoren - Automatische technische Chartanalyse

Tipps zum Umgang mit den Indikatoren

  • Du kannst auch völlig ohne Indikatoren handeln!
  • Ich rate davon ab sich nur auf ein rein indikatorbasiertes Tradingsystem zu verlassen
  • zu viele Indikatoren sind gerade für Einsteiger nicht sinnvoll, sie erzeugen unnötig viele Fehlsignale
  • Indikatoren können hilfreich sein, Widerstände und Unterstützungen automatisch zu erkennen
  • Die Reproduzierbarkeit von Indikatoren ist ein großer Vorteil
  • Indikatoren können dir helfen, einen schnelleren Überblick über den aktuellen Markt zu erhalten
  • Ich nutze Indikatoren wie die ATR, um meine Stop-Setzung zu optimieren

Moving Avarages

Übersetzt bedeutet der Moving Avarage der “gleitende Durchschnitt“.

Dieser glättet die Bewegung über einen vorher definierten Zeitraum und gehört zu den sogenannten Trendfolgeindikatoren.

Zu sehen auf der obigen Abbildung in der gelben Linie. 

Mit Hilfe der gleitenden Durchschnitte kannst du Trends leichter erkennen und sehen, wohin der Markt sich ungefähr bewegen wird. In einem Aufwärtstrend befindet sich der aktuelle Preis über dem SMA und in einem Abwärtstrend befindet er sich darunter. Da dies jedoch leicht zu falschen Signalen führt, ist es eine gute Strategie, zwei gleitende Durchschnitte gleichzeitig zu verwenden.

Der Simple Moving Avarage

Der Simple Moving Avarage (SMA 14) stellt den durchschnittlichen Schlusskurs der letzten 14 Kerzen dar. Dieser berechnet sich aus der Summe der letzten 14 Schlusskurse geteilt durch 14 und wird auch einfacher gleitender Durchschnitt genannt (SMA für Simple Moving Avarage). Je länger der Zeitraum ist, der in die Berechnung mit einfließt, umso weiter entfernt der SMA sich vom aktuellen Kurs.

Der einfache Moving Avarage hat das Problem, dass große Kursschwankungen den SMA für die nachfolgenden Zeiteinheiten verfälschen. Dafür gibt es den Exponential Moving Avarage (EMA). 

Der Exponential Moving Avarage

Der exponentielle gleitende Durchschnitt bewertet aktuellere Schlusskurse höher als ältere. Dadurch ist er in der Regel dichter am aktuellen Kurswert. Der EMA führt damit aber auch häufiger zu Fehlsignalen, welche es zu vermeiden gilt. 

Bollinger Bänder

Die Bollinger Bänder, englisch: Bollinger Bands, sind Indikatoren für die Volatilität eines Marktes. 

In der Grafik zu sehen als die drei hellgrünen Linien ober-, unter- und auf dem Chart.

Volatilität meint dabei die Kursschwankungen, also den Bereich, in dem ein Kurs sich bewegt. Sind die Bänder eng beieinander, ist der Kurs stabil, vergrößert sich der Abstand zwischen den Bändern, liegen größere Kursbewegungen vor. Die Basis zur Berechnung ist der bereits erläuterte SMA, meist mit einer Periode von 20. Der SMA bildet das mittlere Band und die zwei anderen Bänder ober- und unterhalb werden mittels Standardabweichung verschoben.

Pivot-Punkte

Pivot-Punkte sind weit verbreitet und werden regelmäßig in Kursanalysen veröffentlicht. Durch die weite Verbreitung stellen sie teilweise eine selbsterfüllende Prophezeiung dar. Sie können als Aktionslinien verstanden werden, an denen der Markt genau beobachtet werden sollte. Ob es sich um einen Ein- oder Ausstieg handelt, hängt dann von der konkreten Marktsituation ab, denn Pivot-Punkte sind sowohl Widerstand als auch Unterstützung.

Der Handel nach Pivot-Punkten unterteilt die aktuelle Kerze jeweils in zwei Bereiche: oberhalb und unterhalb des Pivot-Punktes. Erfolgt ein Durchbruch des aktuellen Kurses von unterhalb über den aktuellen Pivot-Punkt, kann das als Signal für einen aufwärtsgerichteten Markt gewertet werden. Analog dazu ist ein Kurs, der unter den aktuellen Pivot-Punkt fällt, ein abwärtsgerichteter Markt, also ein Short-Signal. Die unterschiedlichen Unterstützungs- und Widerstandslinien dienen als Hilfspunkte, an denen es zu einer Kurswende kommen kann.

Moving Avarage Convergence Divergence (MACD)

Der MACD ist ein, unter Tradern sehr beliebter, Indikator, welcher häufig verwendet wird.

Die Aufgabe des MACD ist es, neue Trends frühzeitig zu erkennen. In seiner Grundeinstellung verwendet er zwei gleitende exponentielle Durchschnitte mit den Perioden 9 und 26 und einen gleitenden Durchschnitt über 12 Perioden, welcher den Durchschnitt aus der Differenz zwischen dem langsameren und dem schnelleren exponentiellen Durchschnitt berechnet.

Ich rate jedoch davon ab, den MACD zu benutzen.

Avarage True Range (ATR)

Die Avarage True Range ist ein Indikator, der die Volatilität eines Marktes anzeigt.  

In der Grafik oben zu sehen als blaue Linie am unteren Rand des Chartfensters.

Dazu wird zunächst die True Range berechnet. Dieser Wert ist die absolute Differenz aus dem niedrigsten und dem höchsten Kurs einer Kerze. True Range heißt es deshalb, weil auch eventuell auftretende Kurslücken berücksichtigt werden. Beispielsweise jene Situation, wenn der Kurs bei der Eröffnung höher oder niedriger ist im Vergleich zum Börsenschluss am Vortag. Von dieser Kursspanne wird dann jeweils über eine einstellbare Anzahl von Zeitperioden der Durchschnitt genommen, um den Wert zu glätten. Sie sehen also am ATR, wie hoch die durchschnittlichen Kursschwankungen innerhalb der betrachteten Zeiteinheiten sind.

Fazit zu den Trading-Indikatoren

Sie sind manchmal nützlich, aber nicht notwendig. 

In der ganzen Welt der technischen Chartanalyse findest du nicht nur unzählige Indikatoren, sondern auch unzählige Meinungen, Interpretationen und Strategien.

Die sollte aber immer eines klar sein:

Wenn es wirklich so einfach wäre, nur einem Indikator zu folgen, würden sicher mehr Leute an der Börse erfolgreich handeln.

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