Meine Trading-Ausrüstung: Trading-PC, Notebook, mobiles Trading [2021]

Von Einsteigern erhalte ich häufig die Frage, wie denn der optimale Trading-PC aussieht, worauf man achten sollte und ob es spezielle Anforderungen gibt. Auf Bildern sieht man ja oft diese Trading Workstations mit unzähligen Monitoren, usw. Aber die Wahrheit und das Fazit damit gleich vorweg:

Du benötigst keine spezielle Ausrüstung oder keinen speziellen Computer, um erfolgreich zu Traden. Wenn du in der Lage bist, diesen Artikel online zu lesen, erfüllst du bereits vermutlich die Mindestvoraussetzungen für einen Trading-PC.


Erfolgreiches Trading hängt von Faktoren wie der Trading-Psychologie oder der richtigen Strategie ab! Nicht von der Ausrüstung. Ich kann mir auch Marathon-Schuhe jetzt kaufen und würde es trotzdem keine 2 Kilometer aushalten mit dem Laufen.

Ich rate dir sogar dazu, als Einsteiger in den meisten Fällen keinen speziellen Trading-Computer zu kaufen. Aus folgenden Gründen:

  1. Diese unzähligen Monitore die du meist auf irgendwelchen Bildern siehst, brauchst du nicht, weil du dich auf ein bis maximal zwei Märkte konzentrierst. Alles andere lenkt dich nur ab, stresst dich und sorgt für einen der teuersten Fehler im Trading: Zu viel zu handeln!
  2. Ganz pragmatisch: Das Geld ist an der Börse besser aufgehoben. Der Monitor und dein Trading-PC ist in einem Jahr nur noch die Hälfte wert. Wenn du geschickt mit dem Geld handelst, ist es mindestens das doppelte wert.

Die nachfolgenden Tipps sind also alle optional und stammen aus meiner persönlichen Erfahrung als jemand der Informatik mal studiert hat und jegliche technische Spielereien liebt und dafür auch bereit ist, relativ viel Geld auszugeben. Für Einsteiger ist das Geld aber meist besser in Wissen oder direkt in der Börse investiert!

Der Trading-PC für zu Hause – Die Hardware

Jeder moderne Computer der mit Windows 10 vorinstalliert kommt, ist leistungsfähig genug, um auch die Handelssoftware Metatrader oder andere zu betreiben.

Ich persönlich lege daher auf andere Faktoren bei meinem Trading-PC wert. In erster Linie sind das:

  • Zuverlässigkeit
  • Schneller Start/Betrieb durch eine SSD-Festplatte und einen guten Prozessor
  • möglichst geringe Lautstärke
  • kompakter Formfaktor der nicht stört
  • Betrieb von mehreren Monitoren möglich

Der für mich perfekte Trading-PC derzeit ist der Intel NUC. Als Konfiguration empfehle ich eine SSD mit mindestens 240 GB und 8 GB Arbeitsspeicher. Die Intel NUC Modelle sind sehr zuverlässig, nahezu geräuschlos und sehr stromsparsam, wodurch sie auch sehr gut für den Dauerbetrieb geeignet sind.

Hier findest du mein aktuelles Modell auf Amazon, das ich empfehlen kann.

Besonders für Trader sind Lösungen mit mehreren Monitoren interessant. Aktuell verwende ich 3 Monitore (2 sind aber meist absolut ausreichend) und der verlinkte Rechner unterstützt das problemlos. Alternative Marken die ich empfehlen kann sind Lenovo die ThinkCentre Reihe oder aber HP baut auch gute Computer für den professionellen Einsatz.

Ich achte grundsätzlich bei der Auswahl eines Trading-PCs nicht so sehr auf den Preis, sondern darauf, zuverlässige Geräte von großen bekannten Markenherstellern zu erwerben. Die bieten langjährigen Support, gute Erweiterbarkeit und eine hohe Qualität und Zuverlässigkeit.

Grade da es beim Trading um Geld geht, ist mir das wichtiger, als einmalig einige Euro zu sparen.

Das Betriebssystem

Windows 10 Professional

Ich verwende aktuell Windows 10 Professional für das Trading, da alle wichtigen Trading-Programme dort zuverlässig unterstützt werden. Eine günstige Download Lizenz findest du auf Amazon, falls du noch keine besitzt.

Ich empfehle eine Windows Installation oder wenigstens einen komplett eigenes Benutzerkonto nur für das Trading zu erstellen. Mit diesem Benutzerkonto oder dieser Installation solltest du dann auch nichts anderes machen. Das erhöht die Sicherheit und Zuverlässigkeit deiner Installation.

Trading unter Mac OS X

Die einfachste und stabilste Möglichkeit unter OS X zu Traden ist die Verwendung der Webvariante des Metatraders. Alternativ läuft Metatrader auch auf den iPhone oder iPad, aber davon rate ich meist ab. Für vernünftige Chartanalyse ist ein großer Monitor einfach die bessere Wahl.

Eine guter Alternative ist das kostenlose Virtual Box. Damit kannst du in einer sogenannten virtuellen Maschine ein vollwertiges Windows installieren und dann den Metatrader genau wie unter Windows ganz normal starten. Das hat den Vorteil, dass du auch gleich eine isolierte Trading-Umgebung besitzt.

Trading unter Linux

Unter Linux empfehle ich ebenfalls die Verwendung von Virtual Box. Dann kannst du Windows in einer virtuellen Maschine installieren und es gibt praktisch keinen Unterschied zu einem ganz normal installieren Windows. Es gibt Berichte, dass Metatrader auch unter Wine (Eine Emulationssoftware) erfolgreich läuft, aber da es ums Geld geht, würde ich da keine Risiken eingehen und ganz normal Windows installieren. In der Praxis hatte ich unter Wine gelegentlich Abstürze und das wollen wir um jeden Preis vermeiden.

Die Monitore

Viele Trader und ich auch verwenden im täglichen Handel mehrere Monitore. Aktuell habe ich derzeit drei Monitore im Einsatz. Zwei für die Darstellung von Charts und einen, welchen ich für alle anfallenden Aufgaben nutze wie Tradingtagebuch führen, Chartanalysen, Nachrichten etc, je nach Bedarf.

Oft trade ich aber auch einfach nebenbei und die Chartsoftware läuft parallel zu meinen anderen Tätigkeiten am Computer. Für die meisten Einsteiger sind 1-2 Monitore ausreichend. Ich empfehle den Handel auf dem H1 Chart für Einsteiger und da kommt es nicht auf die Sekunde an, die du benötigst das Fenster zu wechseln.

Mehrere Monitore sind nur für die Scalping-Strategie notwendig, aber die solltest du als Einsteiger auch meiden.

Der oben empfohlene Trading-PC kann drei Monitore gleichzeitig ansprechen (Für den dritten Monitor verwende ich die Daisy-Chain-Technologie, bei der mehrere Bildschirme über den Mini-Display-Port hintereinander geschaltet werden), aber für Einsteiger ist es trotzdem erstmal ausreichend, mit einem Monitor zu starten.

Das kann jeder Handelsübliche Computermonitor sein, ich habe derzeit zwei HP-MX25-Monitore im Einsatz und als dritten Monitor nutze ich einen normalen LED-TV der direkt an der Wand über den Monitoren befestigt ist. Für mich ist es aus Komfortgründen wichtig, dass diese höhenverstellbar sind, deshalb fallen die sehr günstigen Modelle meist raus.

Außerdem ist es wichtig, dass du auf ein Modell mit IPS-Panel setzt. Diese sind Blickwinkelstabil, also du kannst auch von der Seite aus alles gut sehen.

Aber gerade wenn man lange vor dem Computer sitzt, ist Ergonomie ein extrem wichtiger Punkt.

Ein guter Tipp noch: Mehrarm Monitorhalterungen. Gut für die Ergonomie und sieht schick aus.

Wenn ich aktuell mich für einen neuen Monitor entscheiden müsste, wäre es ganz klar eines der Curved Modelle von Dell. Dadurch entfallen die Ränder zwischen den Monitoren es sieht einfach genial aus.

Update: Mittlerweile habe ich das Curved Modell und finde es sehr praktisch. Preis/Leistung muss ich aber auch sagen, das für die meisten die Variante mit zwei Monitoren die bessere Wahl ist. Die Ränder sind der dünn und für einige Aufgaben hat es auch Vorteile, wenn man zwei Monitoren hat. Für den großen Monitor habe ich aber ein Programm, das Split Screen heißt und damit kann ich die Aufteilung der Programme auf dem Bildschirm beliebig festlegen. Letztendlich also Geschmackssache und eine Frage des Geldes.

Unterbrechungsfreie Stromversorgung

Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) ist eine Art Batterie die bei Stromausfällen dafür sorgt, dass der Computer für einen gewissen Zeitraum ganz normal weiterläuft.

Dadurch dass ich auch eine Ersatzinternetleitung über LTE habe, könnte ich also auch weiter Traden, wenn der Strom ausfällt.

Ich habe dazu die APC Backup UPS Pro weil sie günstig ist und gut funktioniert. Ist absolut optional, aber da ich oftmals auch in einer sehr ländlichen Gegend unterwegs war, wo es öfters zu Spannungsschwankungen oder Stromausfällen kam, habe ich mir die mal zugelegt.

Für Einsteiger auf jeden Fall nicht notwendig, aber wenn du langfristig mit sehr hohen Beträgen handelst, ist das meiner Meinung nach empfehlenswert, wenn du dir über solche Sicherheitslösungen Gedanken machst.

Maus und Tastatur

Hier gibt es ebenfalls keine besonderen Anforderungen, außer das es einfach passt. Gerade die Maus würde ich ggf. auch im Laden ausprobieren, damit sie gut in der Hand liegt. Meine aktuelle Tastatur und meine Maus und mein Mauspad sind jeweils verlinkt.

Für mich passt das so, und falls du noch unsicher bist, triffst du damit auf jeden Fall eine gute Wahl.

Hinweis: Auf Bluetooth Mäuse verzichte ich zu Hause bis heute erfolgreich. Die Batterie der Maus ist sonst sicher genau im unglücklichsten Augenblick leer.

Trading-Notebook

Als Notebook verwende ich derzeit das Thinkpad X1 Carbon. Schnell, leise, zuverlässig und sehr leicht für unterwegs mit unschlagbaren Akkulaufzeiten. Unterwegs können auch weitere Monitore bei Bedarf angeschlossen werden.

Da ich absolut kein Freund von Trackpads bin, verwende ich dazu die Bluetooth Maus von Logitech. Das Thinkpad hat aber auch einen Trackpoint, eine geniale Erfindung.

Das Notebook ist relativ teuer, aber absolut sein Geld wert. Es ist super leicht, stabil und ich liebe das klassische schwarze Layout. Außerdem hat es einen matten Bildschirm, der auch bei Sonnenlicht gut lesbar ist. Es ist absolut leise und hat die mit Abstand beste Tastatur auf dem Markt.

Zweiter mobiler Monitor für das Notebook

Der zweite mobile Monitor war eine meiner besten Investitionen im letzten Jahr überhaupt. Absolut genial. Einfach über USB-C am Notebook anschließen und schon hast du zwei vollwertige Monitore. Der ThinkVision ist super leicht, passt optisch perfekt zum Thinkpad und wird aber auch von allen anderen Notebooks mit einem vollwertigen USB-C Anschluss unterstützt.

Es ist keine Treiberinstallation notwendig und der zweite mobile Monitor macht unterwegs auf Reisen so viel produktiver nicht nur beim Trading.

Mobiles Trading auf Tablet und Smartphone

Die Trading-Software Metatrader gibt es auch für Android und mittlerweile auch im Browser. So kannst du auch unterwegs Traden.

Aktuell habe ich ein Huawei MediaPad M5 Tablet und ein Motorola Smartphone. Beide unterstützen die aktuelle Android Version und eigenen sich auch für mobiles Trading. Durch die Browservariante ist aber praktisch jedes aktuelle mobile Gerät und auch iOS geeignet.

Falls ich kurzfristig das Haus verlassen muss, nutze ich das mobile Trading, um unterwegs meine offenen Positionen zu überwachen oder ggf. zu schließen. In der Regel Trade ich aber nicht von unterwegs, weil mich das zu sehr stresst.

Für komplexe Analysen eignet es sich nicht. Wenn ich unterwegs bin, möchte ich auch „den Kopf frei“ haben vom Trading. Insbesondere für Einsteiger besteht außerdem die Gefahr, unterwegs impulsive Trades einzugehen die oftmals nur Geld kosten.

Die Internetverbindung für daheim und auf Reisen

Zu Hause habe ich einen normalen Kabelanschluss aber jeder DSL-Anschluss ist ebenfalls ausreichend.

Auf Reisen verwende ich einfach einen mobilen Wlan-Router mit eingebauter SIM-Karte von TP-Link. Wenn ich im Ferienhaus oder auf Reisen bin, kann ich das Gerät weltweit einsetzen und habe immer zuverlässiges stabiles Internet.

Für das Trading zu Hause, kann der mobile WLAN-Router als Backup-Internetleitung eingesetzt werden, falls es mit der Hauptleitung mal zu Problemen kommt.

Ergonomischer Trading-Arbeitsplatz: Tisch, Stuhl, Sonstiges

Für zu Hause habe ich einen höhenverstellbaren Schreibtisch von Boho Office. Geniale Erfindung, da ich so auch abwechseln im stehen und im Sitzen traden kann, was den Rücken schont.

Als kleines Highlight, dank Dualmotor schafft der Tisch eine Höhenänderung von 38mm pro Sekunde. Steht zumindest so im Werbeprospekt. Ist auf jeden Fall sehr stabil und sieht gut aus.

Für unterwegs nutze ich gelegentlich einen Nexstand in Kombination mit einer externen Tastatur, falls ich dort längere Zeit arbeite. Der passt in jeden Rucksack und erhöht den Komfort unterwegs sehr.

Als Bürostuhl nutze ich derzeit ein Modell von Topstar mit sehr guter Ergonomie. Bin soweit zufrieden und bisher nicht runtergefallen.

Als Ergänzung dazu habe ich einen Gymnastik-Sitzball. Für den Rücken das Beste, was ich bisher an Sitzmöglichkeiten hatte und sogar sehr teuren Stühlen meiner Meinung nach überlegen.

Kopfhörer

Ich höre nebenbei gerne Musik oder habe manchmal auch einfach nur Ruhe. Dafür gibt es sogenannte Active-Noise Cancelling Kopfhörer. Die haben eingebaute Mikrofone die Umgebüngsgeräusche aufnehmen können und einen Gegenschall senden, so dass es still ist. Egal ob im Flugzeug, in der Bahn oder einfach zu Hause, für mich eine geniale Erfindung.

Aktuell verwende ich nach einigem ausprobieren die Bose QC 35. Etwas teurer aber super bequem, leicht, lange Akkulaufzeit und lassen sich gut transportieren.

Fazit zur Trading-Ausrüstung und meinem aktuellen Trading-PC

Damit hast du jetzt meine aktuelle Ausrüstung gesehen. Wie gesagt ich bin jemand der sehr technikbegeistert ist und es ist nicht unbedingt notwendig. Aber wenn du ohnehin vor der Entscheidung stehst, neue Geräte zu kaufen, dann hilft dir dieser Artikel hoffentlich bei der Auswahl.

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