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Nicolas Darvas – Der Tanzende Trader der zum Börsenmillionär wurde

Nicolas Darvas wurde innerhalb von 7 Jahren zum Börsenmillionär. Wie er das schaffte und welche Trading-Strategie er verwendete erfährst du in diesem Artikel.

Darvas wurde 1920 in Ungarn geboren und studierte Wirtschaft und Soziologie in Budapest. Aber statt einer akademischen Karriere entschied Darvas professioneller Tänzer zu werden. Ende 1950 war Nicolas Darvas Mitglied eines der bestbezahlten Tanz-Duos. Neben dem Tanzen begann er eher zufällig mit dem Aktienhandel. Innerhalb von 7 Jahren wurde er durch Gewinne an der Börse zum Millionär.

Aber wie kam es dazu, dass dieser Mann eine Wall-Street-Legende wurde? Er war auf jeden Fall alles andere als nur ein Traumtränzer.

Darvas Börsen-Karriere

Der Weg, den Nicolas Darvas an die Börse nahm, war ungewöhnlich. Alles begann damit, dass er 1951 vor den Nazis aus seinem Heimatland in die USA flüchtete. Als er eines Abends in einer Show mit seiner Schwester in Toronto tanzte, begann seine Börsenkarriere eher zufällig.

Der dortige Clubchef wollte ihn statt mit Bargeld, in Aktien bezahlen. Nicolas Darvas wusste zu diesem Zeitpunkt nicht viel vom Aktienhandel und lehnte ab. Kaufte jedoch dann doch aus Interesse Aktien des Unternehmens und beachtete die Wertpapiere zunächst nicht weiter. Als er nach zwei Monaten jedoch ihren Kurs kontrollierte, hatte sich der Wert der Aktien mehr als verdreifacht. Er verkaufte die Aktien und machte damit einen Gewinn von etwa 8.000 Dollar. Ausgelöst durch dieses Ereignis war er von Börse fasziniert. Er begann das Kursverhalten von Aktien genau zu studieren und jagte den Tipps von Brokern und Analysten nach.

Anfangs hatte er damit jedoch keinen Erfolg und er verlor nach kurzer Zeit seine ganzen Gewinne. Er bekam aber ein Verständnis für die Tatsache, dass Aktien riskant sind und Gewinnmitnahmen der Schlüssel zu Reichtum sind.

Er gab nicht auf und einige Jahre später investierte er an der New Yorker Börse. Dort brachte eine neue Handelsstrategie auf den Markt, die ihm zum Erfolg verhalf.

Hinweis: Der Erfolg als Trader kam auch bei Nicolas Darvas nicht über Nacht. Nach eigenen Angaben las er rund 200 Trading-Bücher, beschäftige sich ausführlich mit Grundlagen der Börse und wurde dann erfolgreich zum Trader

Die Bücher von Nicolas Darvas

Darvas schrieb im Laufe seiner Karriere auch einige Bücher, die sich bis heute einer großen Beliebtheit erfreuen. Insbesondere das Buch „How i made 2.000.000$ Dollar in the Stock Market“ ist empfehlenswert.

Die Grundidee seiner Strategie ist übrigens die Trendfolge die ausführlich im „Daytrading für Einsteiger“ Buch erklärt wird.

Darvas Handels-Philosophie

Das Handeln von Aktien war zu dieser Zeit nicht so einfach wie heute, wo du innerhalb von 5 Minuten ein Handelskonto bei einem Broker eröffnen kannst. Aktieninvestitionen in den 1950er Jahren erforderten einen Full-Service-Broker. Der Kauf hochwertiger, dividendenberechtigter Aktien war die gängigste Anlagephilosophie. Die Kommissionen waren hoch und die Anleger zogen Dividendeneinnahmen den Kapitalgewinnen vor.

Zu diesem Zeitpunkt brachte Darvas seine neue Theorie des Investierens auf den Markt ohne Berücksichtigung von Dividenden und klar definierten Stop-Loss-Punkten. Darvas Handels-Philosophie basiert auf der Grundüberlegung, dass der einzige solide Grund eine Aktie zu kaufen ist, dass sie steigt.

Eine Aktie, die nicht steigt, sollte man nicht im Depot haben.

Um Handelskandidaten zu identifizieren, wandte Darvas einen besonderen Filter an. Er suchte nach Branchen von denen er erwartete, dass sie sich in den nächsten 20 Jahren gut entwickeln würden.

Er hatte aus seinem Selbststudium der Börsengeschichte gelernt, dass er sehr davon profitieren könnte, wenn er den nächsten großen Trend voraussehen kann. Die Investoren waren immer auf der Jagd nach etwas neuem und aufregendem.

Um die Aktien mit dem größten Potenzial zu finden, musste er also die Branchen mit dem größten Potenzial finden. Deshalb zog er aus dem Fakt, dass in den späten 1800er Jahren Eisenbahngesellschaften die Wall Street beherrschten, den Rückschluss, dass eine Generation später die Automobilunternehmen eine aufstrebende Technologie darstellen würden.

Dieses einfache Prinzip kannst du noch heute anwenden und prüfen, welche Technologien aktuell in den Startlöchern stehen. Wasserstoff oder Elektromobilität, Nachhaltigkeit und Umwelt, Mobiles bezahlen oder Branchen die online gut aufgestellt sind, um nur einige Beispiele zu nennen. Lies dir dazu auch das Thema Fundamentalanalyse durch.

Die Darvas Box-Strategie

Ausgehend von einer Industrieliste hat Darvas eine Beobachtungsliste mit mehreren Aktien aus jeder Branche erstellt. Um diese Beobachtungsliste zu systematisieren, entwarf er seine Darvas-Box-Strategie, die bis heute beliebt ist.

Er nahm nur Aktien in seine Beobachtungsliste auf, die steigen und deren Anstiege lediglich von kurzen Perioden unterbrochen wurden.

Nachdem diese Vorauswahl getroffen war, untersuchte Darvas weitere Kriterien. Eine gesteigerte Umsatzaktivität deutet allgemein auf ein hohes Interesse an der Aktie hin. Am interessantesten waren für ihn Aktien, die normalerweise relativ ruhig gehandelt wurden und dann in eine Phase steigender Kurse und deutlich anziehenden Handelsvolumina übergegangen sind.

Aufgrund der damaligen Provisionsstruktur konzentrierte er sich vorwiegend auf höherpreisige Aktien. Bei festen Provisionen gingen die Handelskosten pro Aktie schnell zurück, da der Kurs der Aktie stieg. Während das für den „Buy-and-Hold“-Investor kein Problem darstellte, erkannte Darvas, dass ein hoher Teil seiner Handelsgewinne durch Provisionen verloren gehen würde, wenn er nicht vorsichtig war.

Mit seiner Liste von Handelskandidaten bewaffnet, wartete Darvas darauf, dass die Aktien bereit waren, sich zu bewegen. Der einzige Indikator den er verwendete war das Volumen. Er achtete auf ein hohes Volumen in seiner Liste von Handelskandidaten und suchte nach Aktien, die innerhalb einer engen Preisspanne gehandelt wurden, die er anhand einer Reihe präziser Regeln definierte.

Hinweis: In der Handelssoftware Metatrader gibt es das Volumen als Indikator. Du kannst aber grundsätzlich an jeder Börse und mit nahezu allen professionellen Handelstools das Volumen einsehen. 

Er beobachtete, dass sich die Kurse der Aktien, bevor sie steigen, in einer gewissen Bandbreite auf- und ab bewegen. Er verglich das Verhalten der Aktien mit einem Athleten, der in die Hocke geht um dann zu einem Sprung anzusetzen. Nach einem Kurssprung erfolgt eine Konsolidierung (der Aufschwung endet, die Kurse stabilisieren sich auf einem in der Regel etwas niedrigerem Niveau und das Volumen nimmt ab).

Danach setzt die Aktie zum Sprung auf das nächsthöhere Niveau an. Er merkte schnell, dass der Ausbruch aus der oberen Begrenzung einer Box zur Bildung einer neuen Box führte, die über der vorherigen lag. So stapeln die Aktien bildhaft Kästen zeitlich versetzt aufeinander.

Darvas verglich seine Liste voller Aktien mit einem Pferderennen. Er wollte nicht auf die ganzen Mitläufer setzen. Sondern gezielt auf das schnellste Pferd, welches das Rennen anführt. Seine Kaufstrategie verfeinerte er dahingehend, dass er nur Aktien kaufte, deren obere Begrenzung der Box ein historisches Hoch markierte oder zumindest in abgeschwächter Form ein Mehrjahreshoch.

Um sicherzugehen, dass eine Aktie wirklich über Siegerqualitäten verfügt, musste die Aktie seit ihrem 52-Wochentief bereits 100 Prozent oder mehr zugelegt haben. Diesen Wert findest du heutzutage auch in jeder Aktienübersicht auf diversen Webseiten. Wenn sie diese Bedingungen erfüllte wurde sie in die Liste aufgenommen. Wenn die obere Begrenzung der Box dann noch einem historischen Hoch entsprach, übernahm er den Titel in die engere Auswahl. Die anderen Aktien bezeichnete er als Abfall und verwarf diese.

Nachdem er die Preisspanne erkannte, telegrafierte er seinem Broker eine Kauforder knapp über dem oberen Ende der Handelsspanne. Da ist es heute zum Glück wesentlicher einfacher, da du nur noch ein paar Mausklicks machen musst. Aber trotzdem, sind die Handelsprinzipien immer noch die selben.

Zur Absicherung positionierte er eine Stop-Loss-Order knapp unter dem unteren Ende der Spanne die seine Position mit einem kleinen Verlust schließen würde, wenn der Kurs wider Erwarten fallen sollte. Sobald er sich in einer Position befand, zog er seinen Stopp auf der Grundlage der Aktion in der Aktie nach.

Unterstützt von einem starken Bullenmarkt konnte er so sein Vermögen innerhalb weniger Monate auf über zwei Millionen US-Dollar steigern.

In den 60er- und 70er-Jahren schrieb Nicolas Darvas einige Bücher, die auch heute noch sehr erfolgreich sind. Darvas zog sich letztlich von der Börse ganz zurück und starb 1977 in Paris.

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