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Nicolas Darvas – Wie der Tanzende Trader zum Börsenmillionär wurde

zuletzt aktualisiert 28. Februar 2022 von Thomas

Nicolas Darvas wurde innerhalb von 7 Jahren zum Börsenmillionär. Wie er das schaffte, was sein Geheimnis war und welche Trading-Strategie er verwendete erfährst du jetzt.


Darvas wurde 1920 in Ungarn geboren und studierte Wirtschaft und Soziologie in Budapest. Aber statt einer akademischen Karriere entschied Darvas professioneller Tänzer zu werden. Ende 1950 war Nicolas Darvas Mitglied eines der bestbezahlten Tanz-Duos. Neben dem Tanzen begann er eher zufällig mit dem Aktienhandel. Innerhalb von 7 Jahren wurde er durch Gewinne an der Börse zum Millionär.

Seine Methode mit der er in 2 Jahren über 2 Millionen Dollar machte wird auch das Darvas-Box-Modell genannt und er beschreibt sie ausführlich in seinem Buch “How i made 2.000.000$ in the Stock Market”. Ein sehr prägnanter Titel wie ich finde.

Aber wie kam es dazu, dass dieser Mann eine Wall-Street-Legende wurde? Er war auf jeden Fall alles andere als nur ein Traumtränzer.

Die Tanzenden wurden für verrückt gehalten von denjenigen, die die Musik nicht hören konnten.

Darvas Börsen-Karriere

Der Weg, den Nicolas Darvas an die Börse nahm, war ungewöhnlich. Alles begann damit, dass er 1951 vor den Nazis aus seinem Heimatland in die USA flüchtete. Als er eines Abends in einer Show mit seiner Schwester in Toronto tanzte, begann seine Börsenkarriere eher zufällig.

Der dortige Clubchef wollte ihn statt mit Bargeld, in Aktien bezahlen. Nicolas Darvas wusste zu diesem Zeitpunkt nicht viel vom Aktienhandel und lehnte ab. Kaufte jedoch dann doch aus Interesse Aktien des Unternehmens und beachtete die Wertpapiere zunächst nicht weiter. Als er nach zwei Monaten jedoch ihren Kurs kontrollierte, hatte sich der Wert der Aktien mehr als verdreifacht. Er verkaufte die Aktien und machte damit einen Gewinn von etwa 8.000 Dollar. Ausgelöst durch dieses Ereignis war er verständlicherweise von Börse fasziniert. Was ihn aber so besonders machte war, dass er begann das Kursverhalten von Aktien genau zu studieren und er jagte den Tipps von Brokern und Analysten nach.

Offenheit und Neugier für Chancen sind zwei ganz wichtige Sachen hier, die wir alle daraus lernen können. Solange wir nicht stehen bleiben, Neues lernen und uns konstant weiterentwickeln, wird sich immer irgendwann auch daraus eine großartige Chance für uns ergeben.

Anfangs hatte er damit jedoch keinen Erfolg und er verlor nach kurzer Zeit seine ganzen Gewinne. Er bekam aber ein Verständnis für die Tatsache, dass Aktien riskant sind und Gewinnmitnahmen der Schlüssel zu Reichtum sind.

Das ist wohl eine harte Lektion, die aber auch jeder unbedingt verstehen sollte.

Rendite kommt immer von Risiko.

Zum Glück, kannst du heute aus den Fehlern anderer lernen, beispielsweise in dem du dich ausführlich auf dieser Seite informierst. So sparst du dir teure Fehler.

Da er damals fast sein gesamtes Vermögen investiert hatte, stand er kurz vor dem Ruin, als er seine Aktien mit großen Verlusten wieder verkaufen musste.

Noch ein wichtiger Hinweis: Geh die ersten Schritte an der Börse immer nur mit Geld, dass du auch verlieren kannst. Das macht es auch psychisch einfacher.

Er gab nicht auf und einige Jahre später investierte er an der New Yorker Börse. Dort brachte eine neue Handelsstrategie auf den Markt, die ihm zum Erfolg verhalf.

Hinweis: Der Erfolg als Trader kam auch bei Nicolas Darvas nicht über Nacht. Nach eigenen Angaben las er rund 200 Trading-Bücher, beschäftige sich ausführlich mit Grundlagen der Börse und wurde dann erfolgreich zum Trader

200 Bücher klingt mir etwas viel, aber manchmal hilft viel auch viel. Zumindest hat es bei ihm ja geklappt.

Die Bücher von Nicolas Darvas

Darvas schrieb im Laufe seiner Karriere auch einige Bücher, die sich bis heute einer großen Beliebtheit erfreuen. Insbesondere das Buch “How i made 2.000.000$ Dollar in the Stock Market” ist empfehlenswert.

Die Grundidee seiner Strategie ist übrigens die Trendfolge die ausführlich im “Daytrading für Einsteiger” Buch erklärt wird.

Wenn du noch an der Börse bist, sollte dieses eine Buch für einen guten Einstieg reichen und du musst keine 200 lesen. Die anderen Bücher von Darvas kann man lesen, muss man aber nicht. Es ist aber immer spannend und unterhaltsam, wenn man sich für das Thema interessiert.

Darvas Handels-Philosophie

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Nicolas Darvas analysiert Aktien und trinkt ein Bierchen

Das Handeln von Aktien war zu dieser Zeit nicht so einfach wie heute. Heute kannst du innerhalb von 5 Minuten ein Handelskonto bei einem Broker eröffnen kannst, lädst die Handelssoftware Metatrader kostenlos herunter und kannst sofort beliebige Aktien sogar mit Hebel handeln.

Aktieninvestitionen in den 1950er Jahren erforderten jedoch einen Full-Service-Broker. Der Kauf hochwertiger, dividendenberechtigter Aktien war die gängigste Anlagephilosophie. Die Kommissionen waren hoch und die Anleger zogen Dividendeneinnahmen den Kapitalgewinnen vor. Auch heute gibt es noch viele Anhänger der Dividenden-Strategien und wer 40 Jahre Zeit mitbringt, für den ist das sicher auch eine gute Möglichkeit, damit erheblichen Wohlstand aufzubauen.

Zu diesem Zeitpunkt brachte Darvas seine neue Theorie des Investierens. Er berücksichtigte keine Dividenden und im Gegensatz zur Philosophie Aktien für immer zu halten, setzte er klar definierten Stop-Loss-Ordern um seine Verluste zu begrenzen. Damit waren seine Gewinne meist deutlich höher als die Verluste.

 

Darvas Handels-Philosophie basiert auf der Grundüberlegung, dass der einzige solide Grund eine Aktie zu kaufen ist, dass sie steigt.

Eine Aktie, die nicht steigt, sollte man nicht im Depot haben.

Ein bestechend einfacher Gedanke, der aber irgendwie überzeugend klingt. Um Handelskandidaten zu identifizieren, wandte Darvas einen besonderen Filter an. Er suchte nach Branchen von denen er erwartete, dass sie sich in den nächsten 20 Jahren gut entwickeln würden.

Er hatte aus seinem Selbststudium der Börsengeschichte gelernt, dass er sehr davon profitieren könnte, wenn er den nächsten großen Trend voraussehen kann. Die Investoren waren immer auf der Jagd nach etwas neuem und aufregendem.

Um die Aktien mit dem größten Potenzial zu finden, musste er also die Branchen mit dem größten Potenzial finden. Deshalb zog er aus dem Fakt, dass in den späten 1800er Jahren Eisenbahngesellschaften die Wall Street beherrschten, den Rückschluss, dass eine Generation später die Automobilunternehmen eine aufstrebende Technologie darstellen würden.

Dieses einfache Prinzip kannst du noch heute anwenden und prüfen, welche Technologien aktuell in den Startlöchern stehen. Wasserstoff oder Elektromobilität, Nachhaltigkeit und Umwelt, mobiles Bezahlen, Kryptowährungsunternehmen oder Branchen die online gut aufgestellt sind, um nur einige Beispiele zu nennen.

Wer rechtzeitig in Tesla investiert hat, konnte innerhalb weniger Jahre seine Investition vervielfachen und Stand heute, ist noch kein Ende des Wachstums in Sicht.

Lies dir dazu auch das Thema Fundamentalanalyse durch.

Die Darvas Box-Strategie

Ausgehend von einer Industrieliste hat Darvas eine Beobachtungsliste mit mehreren Aktien aus jeder Branche erstellt. Um diese Beobachtungsliste zu systematisieren, entwarf er seine Darvas-Box-Strategie, die bis heute beliebt ist.

Er nahm nur Aktien in seine Beobachtungsliste auf, die steigen und deren Anstiege lediglich von kurzen Perioden unterbrochen wurden.

Nachdem diese Vorauswahl getroffen war, untersuchte Darvas weitere Kriterien. Eine gesteigerte Umsatzaktivität deutet allgemein auf ein hohes Interesse an der Aktie hin. Am interessantesten waren für ihn Aktien, die normalerweise relativ ruhig gehandelt wurden und dann in eine Phase steigender Kurse und deutlich anziehenden Handelsvolumina übergegangen sind.

Aufgrund der damaligen Provisionsstruktur konzentrierte er sich vorwiegend auf höherpreisige Aktien. Bei festen Provisionen gingen die Handelskosten pro Aktie schnell zurück, da der Kurs der Aktie stieg. Während das für den “Buy-and-Hold”-Investor kein Problem darstellte, erkannte Darvas, dass ein hoher Teil seiner Handelsgewinne durch Provisionen verloren gehen würde, wenn er nicht vorsichtig war.

Mit seiner Liste von Handelskandidaten bewaffnet, wartete Darvas darauf, dass die Aktien bereit waren, sich zu bewegen. Der einzige Indikator den er verwendete war das Volumen. Er achtete auf ein hohes Volumen in seiner Liste von Handelskandidaten und suchte nach Aktien, die innerhalb einer engen Preisspanne gehandelt wurden, die er anhand einer Reihe präziser Regeln definierte.

Hinweis: In der Handelssoftware Metatrader gibt es das Volumen als Indikator. Du kannst aber grundsätzlich an jeder Börse und mit nahezu allen professionellen Handelstools das Volumen einsehen. Darvas musste damals als mit Stift, Papier und maximal einem Taschenrechner machen! Ein hoch auf die moderne Technik. 

Er beobachtete, dass sich die Kurse der Aktien, bevor sie steigen, in einer gewissen Bandbreite auf- und ab bewegen. Er verglich das Verhalten der Aktien mit einem Athleten, der in die Hocke geht um dann zu einem Sprung anzusetzen. Nach einem Kurssprung erfolgt eine Konsolidierung (der Aufschwung endet, die Kurse stabilisieren sich auf einem in der Regel etwas niedrigerem Niveau und das Volumen nimmt ab).

Danach setzt die Aktie zum Sprung auf das nächsthöhere Niveau an. Er merkte schnell, dass der Ausbruch aus der oberen Begrenzung einer Box zur Bildung einer neuen Box führte, die über der vorherigen lag. So stapeln die Aktien bildhaft Kästen zeitlich versetzt aufeinander.

Darvas verglich seine Liste voller Aktien mit einem Pferderennen. Er wollte nicht auf die ganzen Mitläufer setzen. Sondern gezielt auf das schnellste Pferd, welches das Rennen anführt. Seine Kaufstrategie verfeinerte er dahingehend, dass er nur Aktien kaufte, deren obere Begrenzung der Box ein historisches Hoch markierte oder zumindest in abgeschwächter Form ein Mehrjahreshoch.

Um sicherzugehen, dass eine Aktie wirklich über Siegerqualitäten verfügt, musste die Aktie seit ihrem 52-Wochentief bereits 100 Prozent oder mehr zugelegt haben. Diesen Wert findest du heutzutage auch in jeder Aktienübersicht auf diversen Webseiten. Wenn sie diese Bedingungen erfüllte wurde sie in die Liste aufgenommen. Wenn die obere Begrenzung der Box dann noch einem historischen Hoch entsprach, übernahm er den Titel in die engere Auswahl. Die anderen Aktien bezeichnete er als Abfall und verwarf diese.

Nachdem er die Preisspanne erkannte, telegrafierte er seinem Broker eine Kauforder knapp über dem oberen Ende der Handelsspanne. Da ist es heute zum Glück wesentlicher einfacher, da du nur noch ein paar Mausklicks machen musst. Aber trotzdem, sind die Handelsprinzipien immer noch die selben.

Zur Absicherung positionierte er eine Stop-Loss-Order knapp unter dem unteren Ende der Spanne die seine Position mit einem kleinen Verlust schließen würde, wenn der Kurs wider Erwarten fallen sollte. Sobald er sich in einer Position befand, zog er seinen Stopp auf der Grundlage der Aktion in der Aktie nach.

Seine Kriterien zur Aktienauswahl zusammengefasst waren also:

  • Unternehmen in Trendbranche / Wachstumsmarkt
  • Ansteigendes Handelsvolumen
  • 100% Anstieg seit 52-Wochen-Tief
  • Aktie nahe am Höchstkurs / lokaler Hochpunkt

Unterstützt von einem starken Bullenmarkt konnte er so sein Vermögen innerhalb weniger Monate auf über zwei Millionen US-Dollar steigern.

Das muss man in der Situation auf jeden Fall fairerweise auch beachten. In einem starken Bullenmarkt, der konstant steigt, ist es dann durch durchaus etwas einfacher, viel Geld an der Börse zu verdienen.

Warum war die Darvas-Box-Strategie so erfolgreich und was war sein Geheimnis?

Naja ein Geheimnis ist es heute nicht mehr wirklich aber das besondere an seiner Strategie war, dass es eine der ersten Strategien war, die sich komplett auf eine Form der technischen Analyse verlassen hat.

Darvas bekam damals zufällig ein Angebot für eine Welttournee als Tänzer. Die Chance wollte er sich nicht entgehen lassen und so reiste er zwei Jahre um die Welt und konnte sich wenig mit den Nachrichten der Wallstreet aufhalten. Er tradete fernab der Nachrichten konsequent nur seine Strategie und was er in den Charts sah.

Das ist vielleicht die wichtigste Lektion, die wir von Nicolas Darvas lernen können.

Nicht zu viel auf die Nachrichten hören und sich dadurch nicht verrückt machen lassen. 

Deshalb empfehle ich Einsteigern und auch Fortgeschrittenen einfache Chart-basierte Strategien, wie sie im Daytradingbuch und Kurs auch leicht verständlich erklärt werden. 90% der wirtschaftsnachrichten und insbesondere Börsennachrichten sind für dich als kurzfristigen Trader völlig irrelevant. Einen Wirtschaftskalender auf Tagesbasis solltest du im Auge behalten und vielleicht mal die Überschriften lesen, um einen Eindruck der Marktstimmung zu erhalten.

Aber die ganzen Analystenmeinungen kannst du auch getrost weglassen.

Diverse Bücher und das Ende seiner Börsenkarriere

In den 60er- und 70er-Jahren schrieb Nicolas Darvas einige Bücher, die auch heute noch sehr erfolgreich sind. Darvas zog sich letztlich von der Börse ganz zurück und starb 1977 in Paris.

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